Die Wiederholungskartierung 2011

Ergebnisse, Landschaftswandel seit 1999


Es wäre nicht falsch, das in Kapitel 3 für die Zeit zwischen 1989 und 1999 geschriebene hier erneut wiederzugeben. So ging auch zwischen 1999 und 2011 unbebaute Fläche durch die Errichtung von Siedlungs- und Gewerbegebieten und für den Straßenbau verloren, wenn auch nicht im gleich großen Umfang wie in den Jahren zuvor. Konkret konnte der Flächenverbrauch von 34 ha Überbauung freier Landschaft im Zeitraum 1989-1999 auf nunmehr 11 ha in den Jahren 1999-2011 deutlich reduziert werden, was auch auf die verstärkte Beachtung des Grundsatzes "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" (z.B. Baugebiete Kaffeegasse und ehemaliger TSG-Sportplatz) zurückzuführen ist. Der Flächenverbrauch in den Jahren 1999-2011 betrifft insbesondere das Schwemmland der Fils mit seinen fruchtbaren Ackerböden, so dass auch diesmal diese Entwicklung insbesondere zu Lasten der Landwirtschaft ging, die weitere Produktionsflächen verloren hat.

Die Intensität der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung auf Markung Salach und damit das Gesicht der Kulturlandschaft haben sich insgesamt nicht entscheidend verändert. Abgesehen von den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen insbesondere auf der westlichen Markung und auf der Hochfläche bei Staufeneck ist die Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung im Schnitt als Mittel zu bezeichnen. Lokal ist die Nutzungsintensität sogar zurückgegangen, so zum Beispiel beim Kapfhof, was sich in einer Erhöhung der Biodiversität niedergeschlagen hat. Besonders strukturreich und biotopreich ist der Bereich um und nordöstlich Bärenbach, der sich in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich verändert hat und ein Musterbeispiel für eine kleinbäuerlich geprägte, süddeutsche Kulturlandschaft darstellt. Hier konzentrieren sich beispielsweise an den Südhängen die noch vorkommenden mageren und buntblühenden Wiesen, die andernorts längst artenarmem Grünland gewichen sind. Auch die Waldbestände sind im Wesentlichen unverändert geblieben, was angesichts der langen Bewirtschaftungszeiträume auch nicht weiter verwundert. Umwandlungen von Fichtenwald in Misch- bzw. Laubwald stehen Aufforstungen mit Fichten in geringem Umfang gegenüber. Negativ zu bewerten sind nach wie vor naturferne Ränder von Fichtenwäldern, bei denen Waldsaum und -mantel fehlen.

Biotope wurden durch die Flächenversiegelung in den letzten 20 Jahren - von einigen im Text beschriebenen Ausnahmen abgesehen - weniger direkt betroffen, da sie vor allem außerhalb des Ortsbereichs liegen. Wie bereits in der Bilanz 1999 festgestellt, sind einige, insbesondere innerhalb von Bebauungsplänen liegende, temporär entstandene Biotope zwischenzeitlich durch Bebauung verloren gegangen. Beispiele hierfür sind die Biotope 119 im Alber oder Biotop 117 bei der Stauferlandhalle.

Bereits bei der Vergleichskartierung im Jahr 1999 war festzustellen, dass manche, auf Pflege angewiesene Biotope durch mangelnde Pflege oder Nutzungsaufgabe beeinträchtigt wurden. Dies galt beispielsweise für einige, künstlich angelegte Feuchtgebiete, deren ökologische Wertigkeit abgenommen hatte. Zwischen 1999 und 2011 hat sich dieser Trend einerseits fortgesetzt, denn eine Reihe von Feuchtgebieten hat durch Verlandung und Zuwachsen auch nach 1999 weiter an ökologischer Wertigkeit verloren. Beispiele hierfür sind die Biotope 29, 32, 39 oder 47. Andererseits wurden auch neue Biotope angelegt. Besonders zu erwähnen sind hierbei insbesondere die beiden Teiche in der Pfaffhalde (Biotop 70), die mustergültig angelegt sind und gepflegt werden, das Biotop 81 beim Reiterhof und die gemeindlichen Ausgleichsmaßnahmen.

Insgesamt gesehen muss man feststellen, dass nur vergleichsweise wenige Empfehlungen aus den vorangegangenen Biotopverbundplanungen umgesetzt wurden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den vorgeschlagenen Maßnahmen um einen wünschenswerten Maximalkatalog handelt. Es kann nicht erwartet werden, dass alle Maßnahmen umgesetzt werden. Dennoch könnte der Realisierungsgrad der meist schon 1989 vorgeschlagenen Maßnahmen höher sein, es besteht noch "Luft nach oben". Deshalb ergeht an dieser Stelle der Appell an die Gemeindeverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger - allen voran die Landbewirtschafter -, zukünftig weitere Maßnahmenvorschläge mit Leben zu erfüllen um die Biodiversität und Vielfältigkeit der Landschaft zu steigern.

Die Tatsache, dass sich das Erscheinungsbild der Gemarkung nicht wesentlich verändert hat, ist in erster Linie positiv zu bewerten. Änderungen erfolgten weniger durch die Land- und Forstwirtschaft, sondern sind der Bebauung und Infrastrukturmaßnahmen geschuldet. Dies mag man bedauern, denn jeder Quadratmeter, der versiegelt wird, geht der Natur verloren. Jedoch muss man einer Gemeinde im weitgehend industrialisierten Filstal im Einzugsgebiet des Großraums Stuttgart Entwicklungsmöglichkeiten zugestehen, um auch zukünftigen sozioökonomischen Entwicklungen Rechnung tragen zu können. Wichtig ist, dass diese Entwicklung so naturverträglich wie möglich erfolgt.

  • Gemeinde Salach
  • Rathausplatz 1
  • 73084 Salach
  • Telefon: 07162/4008-0
  • Fax: 07162/4008-70
  • info@salach.de