Die Wiederholungskartierung 1999

Ergebnisse, Landschaftswandel seit 1989


Die Wiederholungskartierung 1999 zeigte, dass der starke Siedlungs- und Gewerbedruck zwischen 1989 und 1999 auf Markung Salach zu einem merklichen Verlust an unbebauter Fläche geführt hatte. Dies galt innerorts für einige bislang landwirtschaftlich genutzte Parzellen (Baulücken), insbesondere aber für den ortsnahen Bereich, wo durch Neuanlage von Gewerbe- und Wohngebieten einschließlich der erforderlichen infrastrukturellen Maßnahmen rund 34 ha freier Landschaft überbaut wurden. Dies entspricht über 4 Prozent der Gemeindefläche, ein vergleichsweise hoher Wert, der zum Nachdenken veranlassen sollte. Direkt betroffen hiervon waren vor allem die Landwirtschaft, die nicht nur Grenzertragsböden, sondern auch ackerbaulich gut geeignete Flächen verloren hat, insbesondere in den Bereichen Dugendorf / Alber und Au.

Die Veränderungen waren im ortsnahen Bereich deutlich größer als in der freien Landschaft, eine in Verdichtungsräumen wie dem Filstal häufig zu beobachtende Erscheinung. Die Landwirtschaft zieht sich aus den ortsnahen Bereichen zurück, gibt Flächen auf und wird ersetzt durch Gewerbe und Wohnlandschaft mit Straßen und anderen Infrastruktureinrichtungen. Hinzu kommt noch in manchen Fällen die Bereitstellung von Agrarflächen für Ausgleichsmaßnahmen, so dass die Landwirtschaft zusätzlich eingeschränkt wird. Dies birgt die Gefahr, dass entweder auf den restlichen, verbleibenden Flächen intensiver gewirtschaftet werden muss, oder dass Flächen und ganze Betriebe aufgegeben werden. Beides ist aus ökologischer Sicht nicht wünschenswert, weil der Erhalt insbesondere der kleinbäuerlichen Landwirtschaftsstrukturen Voraussetzung für die Umsetzung von Naturschutzzielen auf der Fläche ist.

Als Problem erwiesen sich auch die Kleingärten. Meist in Ortsnähe angelegt, sind sie vom Landverbrauch durch Gewerbe und Siedlung besonders betroffen. Als Ausgleich werden neue Kleingartenanlagen in der freien Landschaft eingerichtet. Dies führt einerseits zu einem weiteren Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche, andererseits auch zu einer Beeinträchtigung der naturnahen Kulturlandschaft, denn auch Kleingärten sind als Eingriffe in das Landschaftsbild zu bewerten.

Biotope wurden durch die Flächenversiegelung zwischen 1989 und 1999 - von einigen im Text beschriebenen Ausnahmen abgesehen - weniger direkt betroffen, da sie vor allem außerhalb des Ortsbereichs liegen. Insgesamt jedoch ist ein Verlust von Landschaft und Natur festzustellen und indirekte Auswirkungen auf die Biotope, beispielsweise durch stärkeren Erholungsdruck, sind mittel bis langfristig nicht auszuschließen.

Ein Vergleich zwischen 1974 und 1999 zeigt dass die gesamte Bodennutzfläche durch zunehmende Verbauung stark abgenommen hat. Zwischen 1999 und 2011 hat sich dieser Trend deutlich abgeschwächt. In der folgenden Tabelle sind die flächenmäßigen Veränderungen einiger Nutzungsformen dargestellt.


     1949      1960      1974      1988      1999      2011  
Ackerland                 
228,1
208,6
174,9
174,0
154,9
137,4
Grünland
306,4
271,4
241,9
172,6
164,3
174,2
Wald
205,8
200,6
236,8
  248,5
249,3
249,4
Insgesamt
740,3
680,6
653,6
595,1
568,5
561,0

Hauptnutzungsarten von 1949 bis 1999 (in ha)

Die Intensivierung der Landwirtschaft in Mitteleuropa hat in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich zum Rückgang an Lebensräumen und Arten beigetragen. Die Bilanz der 10 Jahre zwischen 1989 und 1999 machte deutlich, dass sich dieser Trend auf Salacher Markung - von einigen im Text beschriebenen Ausnahmen abgesehen - nicht fortgesetzt hatte. Die Intensität der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung hatte sich insgesamt nur unwesentlich verändert, für viele sicherlich ein überraschendes Ergebnis. Es sind weniger die Land- und Forstwirtschaft, die die Landschaft verändert hatten, sondern die zunehmende Bebauung und Infrastrukturmaßnahmen wie Sportplatzbau, Kleingartenanlagen etc..

Nach dem Gesagten mag es auf den ersten Blick verwundern, dass gerade im ortsnahen Bereich zwischen 1989 und 1999 Biotope entstanden sind. Beispielsweise der Bereich nordöstlich der Tennisplätze ist seit der ersten Bestandsaufnahme im Jahre 1989 ökologisch wertvoller geworden (Dort wurde noch im Jahre 1999 mit dem Bau des Sport- und Erholungszentrums begonnen). Diese Entwicklung ist dadurch bedingt, dass die landwirtschaftliche Nutzung im Vorfeld der Bebauung auf den teilweise nicht mehr im landwirtschaftlichen Besitz befindlichen Flächen extensiviert wurde. Auch durch Nutzungs-aufgabe können kurzfristig Biotope entstehen, sogar in Gewerbegebieten, wie das Beispiel Nr. 119 eindrucksvoll zeigt. Diese, nicht bewusst angelegten, sondern beiläufig entstandenen Biotope sind Zwischenstadien, die nicht erhalten werden können. Dennoch wurden sie in die Biotopkartierung 1999, die die aktuelle Situation dokumentieren soll, einbezogen.

Ein weiteres Ergebnis der Vergleichskartierung war, dass manche, auf Pflege angewiesene Biotope durch mangelnde Pflege oder Nutzungsaufgabe beeinträchtigt wurden. Dies gilt beispielsweise für einige, künstlich angelegte Feuchtgebiete, deren ökologische Wertigkeit abgenommen hatte. Hier kann durch einfache Maßnahmen eine Verbesserung erreicht werden.

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