Die ökologische Bestandsaufnahme und Biotop-Systemplanung 1989

Umsetzung

"Es gibt nichts gutes, außer man tut es" lautet ein altes Sprichwort. So war man sich einig, die Kartierung 1989 nicht in der Schublade verschwinden zu lassen. Es sollten Taten folgen. Der Arbeitskreis für Natur, Umwelt und Landwirtschaft als beratendes Gremium des Gemeinderates beschloss deshalb, bei künftigen kommunalen Planungen und Vorhaben privater Träger den Gemeinderat auf bestehende Biotope und Empfehlungen hinzuweisen und nach naturverträglichen Lösungen zu suchen. Die Protokolle mit den Beschlüssen aus den Sitzungen des Arbeitskreises sind umfangreich, wobei eine Vielzahl von Themen angesprochen wurde. So flossen im Verlauf der letzten 20 Jahre die Ergebnisse der ökologischen Bestandsaufnahme und Biotop-Systemplanung in Entscheidungen der Gemeinde ein. Ein Beispiel hierfür ist der Anschluss des Kapfhofes an die Kanalisation über eine Abwasser-Druckleitung. Die ursprüngliche Planung sah vor, die Leitung aus Kostengründen unmittelbar entlang des Kapfklingenbaches am ehemaligen Schützenhaus vorbei zu verlegen. Dies hätte eine erhebliche Störung des Feuchtgebietes und des Teiches beim ehemaligen Schützenhaus zur Folge gehabt. Deshalb wurde beschlossen, die Leitungs-trasse zu ändern und entlang eines bestehenden Weges zu führen. Die ökologischen Störungen dieser Lösung sind weit geringer. Außerdem ist die Biotopkartierung hilfreich bei der Identifizierung sinnvoller Ökokontomaßnahmen (z.B. Streuobstpflanzungen im Gewann Schmiedäcker) bzw. für den Erwerb naturschutzrelevanter Flächen (z.B. Pfaffhalde). Ferner wurden aufgrund der Aussagen der Biotopkartierung 1999 ökologisch hochwertige Flächen im Bereich Itter bzw. Braunhalde aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen und von einer Bebauung freigehalten.

Darüber hinaus erarbeitete der Arbeitskreis für Natur, Umwelt und Landwirtschaft auch eine Prioritätenliste zur Umsetzung der vorgeschlagenen Verbesserungsmaßnahmen. So konnten einige der vorgeschlagenen Maßnahmen in der Zwischenzeit verwirklicht werden. Gelungene Beispiele sind die Neuschaffung zweier Teiche im Gewann Pfaffhalde (Biotop Nummer 70), die Sicherung des Standorts „Nickender Milchstern“ als Ausgleichsmaßnahme für den Hotelneubau Staufeneck und der Abschluss mehrerer Extensivierungsverträge mit Landwirten (Biotope Nummer 105, 203, 207, 211).


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